Ein
für das Gebiet typisches Produkt (squaquaron), das häufig
und gern mit der Piadina romagnola gegessen wird. Es handelt
sich um eine Variante, zusammen mit der Cassatella, des guten
alten Ravviggiolo. Dieser Käse besteht aus roher Kuhvollmilch,
die man gerinnen lässt. Der Unterschied zum Raviggiolo
besteht im Reifungsverfahren und der Einsalzung. Die Form ist
unbestimmt, (daher der Name) von einem Gewicht zwischen 1 bis
3 kg , Weichkäse ohne Rinde, von leicht säuerlichem
Milchgeschmack. Dieser Käse wird das ganze Jahr über
hergestellt, muß jedoch frisch innerhalb von maximal 3
Tagen verzehrt werden. (folgt)
RAVIGGIOLO
Die
ersten schriftlichen Unterlagen, die die Existenz dieses Käse
dokumentieren, gehen auf das Jahr 1500 zurück, als einige
Raviggiolo-Käselaibe dem Papst Leo X geschenkt wurden.
Der Raviggiolo ist ein charakteristischer, weißer Frischkäse,
der von der Gerinnung roher Kuhmilch gewonnen wird. Die Laibe
sind rund, er wird auf Farnkraut oder etwas seltener auf Kohlblätter
gelegt, die Höhe ist zwischen 3 und 4 cm., der Käseteig
weich und der Geschmack delikat und süßlich. Die
Haltbarkeit ist auf nur wenige Tage begrenzt (maximal 3 Tage),
daher wird er schon immer nur in den Monaten zwischen Oktober
und März hergestellt. Das Produktionsgebiet ist auf den
hohen Apennin der Romagna begrenzt.
CASSATELLA
Typischer
Frischkäse der Romagna, der sich im Gegensatz zu den hier
vorher erwähnten für eine andere Vorbereitungsweise
und für eine Reifung unterscheidet, die bis zu 30 Tage
gehen kann. Der Käselaib hat eine zylindrische Form von
einem Gewicht von 0,2 bis 2 kg., eine leicht angedeutete Rinde,
welche weiß oder strohfarben ist. Der Käseteig ist
weiß und weich, der Geschmack nach Milchsäure-Bakterien.
Der Name cassatella deutet auf häuslichen Ursprung hin,
in der Tat wird dieser Käse der Tradition nach auf dem
Land von den Bäuerinnen hergestellt. Man sagt, es handelt
sich um einen „Nachkommen“ des Raviggiolo.
PECORINO o CACIOTTA ROMAGNOLA
(Schafskäse)
Schon
seit dem ersten Jahrhundert gibt es Spuren von der Schafszucht
und der Produktion von Schafskäse in der Romagna. Im alten
Rom des 1° Jahrhunderts deuten geschichtliche Unterlagen
von Plinius schon auf den Schafskäse in der Gegend von
Sarsina und Cesena hin. Im Laufe der Jahrhunderte zu einem Produkt
des hohen- bzw. mittleren Hügellandes der Romagna geworden,
ist dieser heute vor allem auf die Gegend der Provinzen Forli’-
Cesena und Rimini konzentriert. Die Käselaibe haben eine
regelmäßige und runde Form und werden in den lokalen
Käsereibetrieben hergestellt, wo ausschließlich Schafsmilch
aus den eigenen Betrieben verarbeitet wird. Der Schafskäse
wird aus der Gerinnung roher Schafsmilch gewonnen und hat ein
Gewicht von ungefähr 0,8 - 1 kg oder sogar mehr. Er wird
halbreif verzehrt ( 20-30 Tage) oder vollreif (über 60
Tage). Die Art der Reifung verleiht dem Käse eine veränderte
Gestalt, aber vor allem der Geschmack ist bei dem halbreifen
weich-harmonisch und süßlich, während beim reifen
Schafskäse herb und pikant. Der Schafskäse /caciotta
romagnola ist die Grundlage für die Produktion des Grubenkäse.
Der Pecorino Ubriacone Stagionato in Vinaccia (Schafskäse
der in Weintrester heranreift) ist eine Variante des zuvor beschriebenen
Produktes. Die traditionelle Reifung in den Weintrester frischer
schwarzer Trauben, ein Resterzeugnis der Weinverarbeitung, verleiht
dem Schafskäse eine pikante Note, hat aber zugleich einen
süßlichen weinartigen Geruch bei zartem inneren Kern,
auch bei Produkten von einer Reife über ein Jahr. Die Produktion
ist auf die Monate von September bis November konzentriert.
DER GRUBENKÄSE
In
Sogliano al Rubicone, ist das Eingraben von Käse in der
Zeit zwischen Sommer und Spätherbst eine antike Tradition,
die ihren Ursprung um das Jahr 1400 hat; die Feuchtigkeit, Temperatur
und das Fehlen an Sauerstoff in den Gruben machen es möglich,
dass der in ihnen gelagerte Käse innerhalb einiger Monate
erneut und stark gärt.
Der den Gruben entnommene Käse weist nun eine deformierte
zylindrische Form von einem durchschnittlichen Gewicht von 0,8
bis 1 kg auf. Die Käseschale und das Käseinnere sind
unverwechselbar, dicht und bröcklig; Duft und Geschmack
sind charakteristisch würzig und pikant. Das ursprüngliche
Produkt stammt von im Gebiet der Provinz Forli’-Cesena
befindlichen Käsereibetrieben, wo die rohe Milch von Tieren
eigener Zucht, insbesonders Schafsmilch, aber auch mit Kuhmilch
gemischte Schafsmilch, zu Käse verarbeitet wird.
Die Gruben sind für das Eingraben des Käse vom 1.
August bis Ende September geöffnet; es handelt sich daher
um Käsereiprodukte aus der Produktion Frühjahr-Sommer
bester Qualität. Das Reifen in diesen besonderen, im Tuffstein
in der Zeit des Mittelalters ausgegrabenen Gruben dauert ungefähr
drei Monate und vermittelt dem Käse den charakteristischen
unvergleichbaren Duft und sein Aroma, die auf die in außergewöhnlichen
Umweltverhältnissen zustandegekommene Gärung zurückzuführen
sind. Der Grubenkäse enthält einen hohen Fett- und
Eiweißanteil und ist einer der leicht verdaulichsten Käsesorten.
Die Gruben von Sogliano al Rubicone, werden Ende November anläßlich
des großen Dorffestes („Dorffest des Grubenkäse“)
geöffnet.