In der Provinz Forli-Cesena wird die Ausdehnung bzgl. des Obst-und
Gemüseanbaus auf ca. 25,000 Hektar geschätzt, wovon
15.000 Obstgärten und 10.000 Hektar den Feldgemüseanbau
ausmachen.
Unter den Obstkulturen findet man Pfirsiche, Aprikosen, Pflaumen,
Erdbeeren, Kiwi, Äpfel, Birnen und Kirschen. Der Feldgemüseanbau
umfasst vor allem Kartoffeln, grüne Bohnen, Erbsen, Blattsalat,
Chicorée, Rüben, Tomaten und andere Gemüsesorten.
Einige von diesen Kulturen werden heute in großem Ausmaß
produziert, andere sind hingegen eher lokal vorkommende Erzeugnisse,
wie etwa der Scalogno di Romagna (Schalotte der Romagna), der
das IGP-Kennzeichen erhalten hat.
Die Tradition und die typischen Eigenschaften dieser Kulturen
machten sie, der Geschichtsschreibung nach, zu einem gemeinsamen
Vermögen. Pfirsiche werden schon seit dem Jahre ‘300
angebaut und mit der Pesca Nettarina (Nektarine) brachte man
eine sehr beliebte Variante hervor; was den Erdbeeranbau betrifft,
waren Erdbeeren in den vergangenen Zeiten eher wildwachsend
verbreitet, jedoch wird das Gebiet um Cesena heute für
den Erdbeeranbau auf nationalem und europäischem Stand
als das dazu berufene Gebiet angesehen.
Die Kirsche wurde von den Römern eingeführt und bereits
seit dem frühen Mittelalter sind uns Anlagen zum Anbau
von Kirschen, vor allem in der Talebene des Bidente bekannt,
wo heute noch lokal vorkommene Kirschsorten wie Morandina, Morette
und Duroni zu finden sind (besonders im Gebiet von Civitella
di Romagna).
Sehr geschätzt werden auch die im Hügelland von Cesena,
Roncofreddo und Longiano angebauten Kirschen, darunter die typischen
Sorten wie moretta, durona, corniola, duroncina, marciana.
Die Bedeutung und Echtheit der diesem Gebiet angehörenden
Obstproduktion wurde mit der Verleihung des IGP-Kennzeichens
für die Birne, den Pfirsich und die Nettarina di Romagna
(Nektarine) anerkannt, während die anderen Obstanbauarten
mit der Aufnahme in die nationale Liste der traditionellen Produkte
der Provinz Forli’- Cesena ausgezeichnet wurden.
Vom ernährungswissenschaftlichen Standpunkt sind die Obsterzeugnisse
der Provinz Forlì-Cesena als unter jenen zu betrachten,
die das höchste Gleichgewicht an für eine ausgewogene
und gesunde Ernährung notwendigen Nährstoffe enthalten.
Zahlreiche Ferienbauernhöfe, Restaurants und Lebensmittelläden
an der Strasse des Hügellandes von Forlì und Cesena,
bieten Obstprodukte an, die zu besonderen Gerichten oder einzigartigen
Konfitüren verarbeitet wurden (Marmelade aus Honigmelonen,
Feigenmarmelade, Quittenmarmelade, Kirschmarmelade; Ölkonserven
aus Auberginen und Tomaten; Pfirsiche mit Albana-Wein, Erdbeeren
mit Wein, usw.).
Unter den spontan wachsenden Kräutern, die in der lokalen
Gastronomie Verwendung finden, sind es vor allem stridolo, raperonzolo,
rosolaccio, radicchio di campo, ortica, vitalba wert, angeführt
zu werden.