Das
schmackhafte und geschätzte Fleisch der Romagna stammt
im Falle des Rindfleisches von der Romagnolischen Rinderzucht
(Razza Bovina Romagnola); beim Schweinefleisch handelt es sich
um die Mora Romagnola, das Schwein mit dem typischen dunklen
Haarkleid. Was das Schafsfleisch angeht (davon das einzigartige
Hammelfleisch), finden wir die Schafsherden und Weideplätze
vor allem im Hügelland des hohen Rubikon. Alles Nötige
demnach für ein wunderbares Fleisch, ideal zum Schaffen
schmackhaftester Soßen und für die kulinarischen
Spezialitäten, die in den Restaurants und Gaststätten
des Gebietes angeboten werden. Das Fleisch ist außerdem
auch für die Produktion verschiedener Wurstwaren sehr geschätzt
(Kirmes in Mercato Saraceno Anfang Mai): das ist sozusagen ein
„Vermächtnis” der für das Gebiet typischen
“Kultur des Schweins” (pòrc, baghen, baghin,
je nach lokalem Dialekt), die heute noch sehr stark auf dem
Land zu spüren ist.
In der Tat lebt zwischen Dezember und Januar das “Epos”
des Schweins auf, dessen Schlachtung in der bäuerlichen
Kultur von jeher das “Leeren der Sparbüchse”
darstellte: von diesem Tier wird nichts verschwendet und aus
diesem Fleisch wird in kluger Weise alles verarbeitet und gebraucht,
über das Schmalz hinaus entstehen Würste, Salami,
Schinken, Hinterkopfschinken, Leber, Bauch- und Selchfleisch,
Grieben, (Grasul: Kirmes in Taibò di Mercato S.). Würste
eigener Produktion, die direkt von den Betrieben und den Ferienbauernhöfen
verkauft werden.
Unter den auch im niedrigeren Gebiet des Apennins bestehenden
Unterholzprodukten finden wir Pilze und Trüffel. In der
Gegend von Forlì und Cesena ist vor allem eine Trüffelart
bekannt: der Tartufo Bianco pregiato (Tuber magnatum pico, weiße
Trüffel). Ein zum Entdecken der Trüffel ausgesprochen
berufenes Gebiet ist das Montone-Tal und das Bidente-Tal. In
Dovadola findet jährlich Ende Oktober die sehr bekannte
Kirmes der weißen Trüffel statt (Sagra del Tartufo
Bianco); in Cusercoli hingegen, die der Trüffel des Bidente-Tals
Ende November.
Die geschätztesten Pilze der Romagna sind die Steinpilze,
aber auch der Pflaumenblätterling, (Kirmes in Cusercoli),
und dann auch Champignons, Hallimasch, Pfifferlinge und Parasolpilz.
Heutzutage ist die Honigproduktion im höchsten Ausmaß
im hohen Apennin anzutreffen. Aber einige Spuren sind dennoch
im ganzen romagnolischen Territorium von der früheren sehr
verbreiteten Tradition der Honigerzeugung übriggeblieben:
landwirtschaftliche Betriebe und Ferienbauernhöfe erzeugen
auch im Hügelland Honigkonserven, die direkt verkauft werden.